Erzdiözese München-Freising verlangt Kostenerstattung vom Staat

08.11.15 12:44 Manfred Krönauer

Staatliche Kostenerstattung für die Unterbringung von Flüchtlingen

 

Sehr geehrter Herr Erzbischof Kardinal Reinhard Marx,

sehr geehrter Herr Generalvikar Peter Beer,

mit großem Erstaunen habe ich die Berichterstattung des Bayerischen Rundfunks („br24 vom 7.11.2015) zur Kenntnis genommen. Darin wird berichtet, dass sich Bayerns Bistümer die Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen in kirchlichen Einrichtungen erstatten lassen. In Zeiten knapper Haushaltsmittel wäre gerade in diesem Fall eine Kostenbeteiligung der Bistümer, Erzdiözesen und weiterer (bischöflicher) Stühle auch im Sinne einer barmherzigen und mildtätigen Geste mehr als angebracht. Insbesondere die katholische Kirche verfügt allein in Deutschland über ein Vermögen von mehreren Milliarden Euro an investierten und liquiden Finanzmittel.

Ich kann ferner Ihren Hinweis nicht nachvollziehen, dass eine kostenfreie Unterbringung für Sie schwierig sei und Sie die Unterbringung nur zu den „üblichen Konditionen“ akzeptieren könnten. Insbesondere die Wortwahl „übliche Konditionen“ enttäuscht doch schon sehr für eine Kirche und Körperschaft, die ohnehin von sämtlichen Ertragsteuern seitens des Gesetzgebers befreit ist und die vom Freistaat Bayern zusätzlich immer noch extrem stark finanziell unterstützt wird, beispielsweise beim Erhalt der kirchlichen Liegenschaften (u.a. Kirchen, Klostergebäude, Dienstpalais, Dienstwohnungen u.a.). Ebenso werden Personalkosten für die sieben katholischen Erzbischöfe und Bischöfe in Bayern getragen, weiterhin unter anderem für 60 Kanoniker und 42 Domvikare, für Beiträge zum Unterhalt der bischöflichen Priester und Knabenseminare sowie für außerordentliche Bedürfnisse bei Orgeln, Glocken, Uhren (Auszug aus „Die Welt“ vom 4.9.2011).

Völlig unverständlich bleibt Ihr Einwand, dass die Unterbringung von Flüchtlingen in erster Linie eine staatliche Aufgabe sei und Sie damit Ihrem Kirchenoberhaupt Papst Franziskus widersprechen. Dieser hat alle Pfarreien aufgerufen, eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen. Es wäre vermutlich im Sinne Ihrer Gläubigen, wenn Sie sich wieder mehr den Ansichten Ihres Kirchenoberhauptes widmen und diese befolgen würden. Im Sinne der Steuerzahler in Deutschland ist Ihre Einstellung zu Staatsgeld jedenfalls nicht anzusehen.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Manfred Krönauer

 

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