Tierschutz geht uns alle an

08.10.18 17:03 Manfred Krönauer

Tierschutz ist durch Druck der Freien Demokraten als Staatsziel im Grundgesetz verankert worden. Wir fühlen uns auch in Bayern unseren Mitgeschöpfen verpflichtet. Unser Ziel ist es, durch technischen Fortschritt und die Weiterentwicklung der Gesellschaft den Tierschutz für alle Tierarten weiterzuentwickeln und zu erhöhen. In der Forschung fordern wir eine vollständige Negativ-Datenbank über missglückte Tierversuche. Wenn gescheiterte Projekte bekannt sind, müssen Tierversuche ohne Erfolgsaussichten nicht unnötig wiederholt werden. Generell wollen wir Freie Demokraten aber innovative Ansätze in der Medizinforschung stärker fördern, die dazu beitragen, Tierversuche so weit wie möglich zu verhindern. Beispiele wie die In-Vitro und In-Silico Technik helfen bei der wirksamen Arzneimittel-Entwicklung und verhindern zugleich unnötiges Tierleid. Unser langfristiges Ziel ist es, Tierversuche weitgehend zu ersetzen, wenn innovative Methoden sich in der Praxis als zuverlässiger und spezifischer erweisen. Tiertransporte dürfen künftig ausschließlich mit Videoüberwachung durchgeführt werden. Transporte von Schlachttieren in EU-Drittländer wollen wir verbieten. Wir fordern zudem, dass eine strengere Definition von Zuchttieren im Rahmen der Transporte verfasst wird und die Genehmigung des Transportes durch die Veterinärämter erteilt wird. Wir Freie Demokraten fordern eine gesetzlich vorgeschriebene Videoüberwachung von Schlachthöfen in allen Bereichen, in denen sich Tiere aufhalten. Wir Freie Demokraten fordern eine allgemeine Tierhalteverordnung für Haus-, Nutz- und Zootiere, die konkrete Mindestanforderungen an die Haltung von Tieren vorsieht. Denn die Freiheit zur Tierhaltung schließt die Verantwortung für das Tier mit ein. Dies bedingt entsprechende tierärztliche Versorgung und ein Leben nach artspezifischen Bedürfnissen. Daher schließen wir uns auch dem weit verbreiteten Wildtierverbot in Zirkussen an. Bayerns Hunderassenliste von 1992 muss aktualisiert und den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst werden. Bundesweit wollen wir Freie Demokraten uns für ein einheitliches Vorgehen bei den Einstufungen von Listenhunden einsetzen. Die Gefährlichkeit von Hunden geht nicht von der Rasse, sondern vom Halter selbst und der Hundeerziehung aus. Daher wollen wir Anreize für den Erwerb eines so genannten Hundeführerscheins setzen: Wer die freiwillige theoretische und praktische Prüfung eines Hundevereins oder einer Hundeschule absolviert hat, soll von der kommunalen Hundesteuer befreit werden. Wir sind ferner fest davon überzeugt, dass wir die Anstrengungen in der fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsarbeit sowie Lehrerinnen-und Lehrer-Fortbildung noch verstärken können. Den Schulen muss beispielsweise die Möglichkeit gegeben werden, den Schülern auch durch Projektarbeit, Ausflüge zu Bauernhöfen, Tierheimen, Schulgärten und Besichtigungen von Unternehmen einen besseren Zugang zu Natur und Umwelt und damit auch zu den Tieren vermitteln.

 

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